Monday, 07 November 2016 15:45

SK Meeresbiologie LTV Mecklenburg Vorpommern 2016

Ich bin Claudia und Mitglied im Tauchclub Stelle. Seit Sommer 2015 bin ich nun Bronzetaucher und habe 20 Tauchgänge an verschieden Spots in der Ostsee gemacht. Da die Ostsee *das* Meer vor unserer Haustür ist und ich mich ihr besonders verbunden fühle, betauche ich sie so gern. Die ganz eigene und besondere Unterwasserwelt der Ostsee hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Auf Grund dieser Begeisterung und meine Neugier, warum die Ostsee so besonders ist wie sie ist, habe ich mich für diesen Kurs entschieden.

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Meine Anmeldung bei Benedikt ging fix und war völlig unkompliziert. Ab diesem Moment wurde ich von Benedikt rechtzeitig und umfangreich über alle Details zum Kurswochenende versorgt. Diese Vorbereitung war wie im Bilderbuch, danke Benedikt.

Am Samstag um 9 Uhr war es soweit und wir trafen uns im Schulungsraum.

Uli hielt den ersten Vortrag zur Ostsee „Kleines Meer, große Probleme“. Wir lernten, dass die Ostsee ein humides Nebenmeer ist. Neu war für mich auch, dass sie nur eine durchschnittliche Tiefe von 52 Metern hat. Das Wasser lagert in verschiedenen Schichten mit unterschiedlicher salinität übereinander und vermischt sich nur selten. Es gibt Bereiche in denen das Wasser praktisch kein O² hat und diese damit Todeszonen für die Tierwelt sind. Dass sie ein Brackwassermeer ist hatte ich schon mal gehört, aber welche Probleme damit für die Pflanzen- und Tierwelt einhergehen, konnte ich mir nicht ansatzweise vorstellen.

Katrin hat uns einen kleinen Einblick in die Flora und Fauna der Ostsee gegeben. Die Ostsee hat eine relative Artenarmut, weil sie weitgehend isoliert von der Nordsee ist; es liegt daran, dass sie noch so jung ist und ihr Sauerstoff und Salzgehalt so gering ist. Wir haben über die Rotalgen, Nesseltiere, Schwämme und Fische gesprochen. In ihrem Vortrag ist Katrin auch darauf eingegangen welche Pflanzen und Tiere uns im Riff erwarten. Das hat uns natürlich noch neugieriger auf den Tauchgang gemacht.

Gerd hat uns in die Details des Riffs eingewiesen und auf den Tauchgang vorbereitet. Das Riff wurde 1993 – 1994 gestaltet und liegt ca. 1,5 km vor Nienhagen. Anfangs wurde ein Neigungsmast zur Dauerbeobachtung des Riffs installiert, der später durch die noch heute verwendete Forschungsplattform ersetzt wurde. Es hat eine Größe von 200x200 Meter. Die Tiefe beträgt 11 Meter. Mehr Informationen kann man unter www.riff-nienhagen.de erfahren.

Jetzt wurde es Zeit für ein gutes Mittagessen und so langsam wurden wir auch immer neugieriger, was uns am Riff genau erwartet. Nachdem wir gestärkt waren, haben wir uns auf den Weg nach Nienhagen gemacht. Die einzelnen Gruppen waren bereits festgelegt so, dass wir uns nur umziehen und in das bereits wartende Boot des DLRG steigen mussten. Sie brachten uns direkt zum Riff, wo wir unverzüglich abtauchten.

Auf der Tiefe angekommen, haben wir nach kurzer Orientierung einen kleinen Teil des Riffs erkundet. Bereits nach wenigen Minuten entdeckten wir viele zuvor besprochene Arten. Da war z.B. die Rippenqualle, verschiedene Rotalgen, Miesmuscheln, unzählige Seesterne. Zwei schöne Dorsche und eine große Feuerqualle kreuzten auch unseren Weg. So sehr ich mich auch bemüht habe, aber die von Katrin beschriebene Brackwasser Seepocke habe ich nicht gefunden. Ich glaube sie ist zu klein für mich.

Nach dem Abendessen trafen wir uns im Schulungsraum, um die mitgebrachten Proben auszuwerten und zu begutachten. In den von uns eingesammelten Algen hielten sich viele verschiedene Kleinstlebewesen auf, welche wir unter dem Mikroskop bestimmten. Es konnte auch die ein oder andere Rippenqualle betrachtet werden. Die Beobachtungen und Auswertungen waren sehr interessant und haben allen viel Spaß gemacht. Nebenbei sahen wir auf der Leinwand auch schon die Fotos von unserem Tauchgang. Wir brachten die Tiere zurück in die Ostsee und machten uns selbst auf zur Abendgestaltung.

Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder pünktlich im Schulungsraum und lauschten aufmerksam den Ausführungen von Benedikt zum Thema Meeressäuger. Einige Merkmale waren ja bekannt, doch das auch Wale Haare haben, war mir neu. Neu war auch das Wale eng mit Paarhufern verwandt sind. Wir lernten den Unterschied zwischen Hundsrobben und Ohrenrobben. Nur so viel, Hundsrobben bewegen sich an Land auf dem Bauch, wobei sich Ohrenrobben an Land mit ihren Flossen fortbewegen.

Mit so vielen Informationen und Eindrücken verabschiedeten wir uns voneinander, natürlich nicht ohne den Austausch von E-Mail Adressen und Telefonnummern.

Es war ein sehr schönes Wochenende bei euch Warnemünde.