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Tuesday, 18 December 2012 22:33

Praxis-Weiterbildung 2012 in Rostock

Written by  Thomas Beyer (TC Vineta Wolgast)

Am ersten Dezemberwochenende fand das diesjährige Seminar "Praxisweiterbildung für Ausbilder im Hallenbad" statt. Es hat jetzt schon einen festen Platz im Terminplan des Landestauchportverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Teilnehmer konnten bereits am Freitag zur Sportschule Warnemünde anreisen und den Abend bei einem gemütlichen Beisammensein zum gegenseitigen Kennen lernen und Erfahrungsaustausch nutzten.

Am Samstag nach dem Frühstück erfolgten die offizielle Vorstellungsrunde und die Gruppenaufteilung. Anschließend ging es in die Neptunschwimmhalle. Das Entladen der Tauchausrüstung erfolgte sehr zügig, die widrigen Außentemperaturen trieben uns an. In der Schwimmhalle baute jeder seine komplett kaltwassertaugliche Ausrüstung zusammen. Innerhalb der Gruppen wurden nun die Ausrüstungen einander vorgestellt und verglichen. Es zeigte sich, dass sich jeder der Tauchlehrer und Übungsleiter bei der Zusammenstellung seiner Tauchausrüstung Gedanken gemacht hatte. Trotzdem gab es gute Tipps der anderen Teilnehmern zum Optimieren, ohne die Ausrüstung in Frage zu stellen. Das fing an mit der Schlauchführung, dem befestigen und verstauen aller Accessoire wie Ersatzmaske, Boje, Lampe usw. bis hin zur optimalen Wahl der Pressluftflaschen, die Befestigungshöhe und der Flaschenventile. Wer wollte konnte seine Ausrüstung noch kurz umbauen, bevor es dann ins Tiefe und warmen Sprungbecken ging. Unterwasser schwammen wir Gruppenweise zu einer Spiegelfolie die am Beckenrand in ca. 2-3m Tiefe aufgehängt war. Hier konnte jeder selbst sehen, wie gut seine Ausrüstung anliegt.

Nun schwamm jede Gruppe in seine zugeteilte Ecke des Schwimmbeckens um mit den Übungen zu beginnen. Ein kurzer schwebender Stab mit einem Grundgewicht diente als Orientierungspunkt. Unsere Vierergruppe schwamm sternförmig ca. 1m über dem Grund um den Stab. Hier galt es ohne Hand- und Flossenbewegungen, möglichst nur durch die Atmung die Position über Minuten zu halten.

Weitere Übungen fanden sich auf einem kleinen eingeschweißten Merkzettel. Diese sahen z.B. vor, die Maske abzunehmen, wieder aufzusetzen und auszublasen oder auch das selbstständig Zudrehen eines Ventils, an dem simuliert ein eingefrorener Atemregler angeschlossen war. Dabei galt es die Gruppe im Blick zu haben und die Position sowie die Tiefe zu halten. Jede Übung für sich ist für keinen der Tauchlehrer schwierig aber welcher Tauchlehrer hat schon oft die Gelegenheit, intensiv selbst zu üben. Des weiterem wurden verschiedene Flossenschläge geübt. Hier ging es darum, sich möglichst kraftsparend und ohne „Sediment“ aufzuwirbeln vorwärts oder auch rückwärts zu bewegen.

Das besondere war, dass wir uns bei allen Übungen gegenseitig filmten. Nach dem Abendbrot in Warnemünde werteten wir in gemütlicher Runde die Videos aus. So konnte jeder sehen wie er sich selbst bewegte und sein Handeln kritisch beurteilen.

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück wieder zur Schwimmhalle. Dort machten wir dieselben Übungen wie am Vortag, aber mit den Erkenntnissen der Videoauswertung. Da sich die Teilnehmer wieder gegenseitig filmten, konnte in der anschließenden Auswertung bei den meisten ein optimierter Bewegungsablauf festgestellt werden. Das soll nicht heißen, dass die Übungen vorher nicht gut ausgeführt wurden. Die Teilnehmer waren Tauchlehrer und Übungsleiter. Diese sollten aber alle diese Übungen in Vorführqualität ausführen können und hier war die perfekte Gelegenheit zu üben. Durch die Videos konnte jeder selbstkritisch seine Schwachpunkte erkennen und hatte anschließend noch die Gelegenheit diese zu korrigieren.

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit beim Veranstalter für die gute Organisation und die Idee zu diesem Lehrgang bedanken. Dieser Lehrgang war nicht so gestaltet, dass die Teilnehmer das Gefühl hatten, belehrt oder bevormundet zu werden. Die Abschlussbesprechung zeigte, dass alle diesen Lehrgang für sich sehr hilfreich fanden. Zum Abschluss kam die Frage auf, ob eine Praxisweiterbildung für Ausbilder zur Pflicht für eine Lizenzverlängerung gemacht werden sollte. Ich selbst finde, dass wir schon genügend Auflagen zur Lizenzverlängerung haben. Für viele ist es aus beruflichen- oder familiären Gründen schwierig genug, langfristig zu planen um sich für Lehrgänge, die ein ganzes Wochenende erfordern, anzumelden und die nötigen Weiterbildungsstunden zusammen zu bekommen. Aber für jeden der die Gelegenheit hat, ist eine Praxisweiterbildung für Ausbilder empfehlenswert.



Bilder: Peter Leopold (TC Stralsund), Robert Bank (TSC Rostock 1957)